Exercise 3
What is the journey that it takes you on from the moment of encounter to the moment of disengagement?
Philipp Glass – Metamorphsis Two
https://www.youtube.com/watch?v=Qa3CIMEYdXo
Ich habe das Stück „Metamorphosis Two“ von Philip Glass zufällig mit 16 im Internet entdeckt. Leider konnte ich das Stück noch nicht live hören.
Wenn ich das Stück höre, erinnere ich mich als erstes an mein Zimmer und an mich selbst mit 16. Teilweise erscheint mir meine Erinnerung an mich selbst in diesem Alter schon sehr verblasst – jetzt fast 10 Jahre später. Ich denke daran, wie mein Gesicht wohl aussah.
Ich denke viele künstlerische Arbeiten, die wir immer wieder hören/ lesen/ sehen möchten, erinnern uns an uns selbst. An uns, als wir das Musikstück zum ersten Mal oder am häufigsten oder in einer bestimmten Situation hörten.
Sie sind der Zugang, um einen bestimmten Moment oder ein bestimmtes Gefühl wieder zu fühlen. Filme, Musik, Bücher und Kunst transportieren.
Sand und Fluss
Das Stück ist für mich zu Beginn wie ein immer wieder abfahren eines Seins-Zustandes. Es ist wie ein Finger, der im Sand in einer Spirale den Boden abfährt und den Ort wahrnimmt, an dem man sich befindet. Oder wie ein Kleinkind, das am Strand sitzt und den Boden um seinen Körper herum abfährt.
Was gerade ist, wird in seinen ambivalenten Bestrebungen genau beobachtet. Alles erscheint auch düster. Doch trotz dieser Regelmäßigkeit wird auch immer wieder aus dem Raster ausgebrochen und es entsteht eine Leichtigkeit. Die Leichtigkeit nimmt im Laufe des Stücks eine immer größere Rolle ein und das Gefühl von einer Regelmäßigkeit, einem bestimmten Takt, mit einigen leichten aber bestimmten Ausbrüchen wandelt sich zu einem Fluss (von Ausbrüchen), dem immer noch ein Takt innewohnt.
Hände
Es macht einen Unterschied, das Stück in einem Video zu sehen, in dem es live gespielt wird, da man sieht was die Hände der Pianistin machen. Das zu sehen was physisch die Hände machen, erweitert das Bewusstsein darüber, was ich höre.
Note to self:
- Ich wechsle sehr schnell zu „man“ anstatt „ich“ – warum verallgemeinere ich meine Empfindungen?
Liebe Laura, ich wollte schon länger diesen Eintrag kommentieren und dir sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat und ich schon mehrmals angeschaut habe (das Video übrigens auch :)).
AntwortenLöschenDurch die Struktur/den Aufbau des Textes und die sprechenden, sehr "visuellen" Überschriften lässt sich dein Erlebnis gut nachvollziehen und führt einen sehr smooth durch den Text (ich musste ein wenig an Wendy's Bild vom Fluss denken).
Deine Beobachtungen und Beschreibungen geben einem (also mir – ich kenne das Problem mit der Verallgemeinerung der Empfindungen – vielleicht können wir in der Gruppe noch einmal drüber sprechen, wieso man/ich/wir diesen Wechsel beim Schreiben vornehmen?) das Gefühl dich ein wenig kennenzulernen und machen Lust, das Stück einmal selbst anzuschauen.